Mini-Campus auf dem Zukunftsfestival / Preisauszeichnungen für Faktum und MT Pro
Auf dem Marktplatz gestaltete die HAWK gemeinsam mit der Uni Hildesheim einen „Mini-Campus der Zukunft“. In drei Erlebniswelten konnten Besucher*innen Themen wie Künstliche Intelligenz, Gesundheit, Gesellschaft und Stadtentwicklung entdecken. HAWK-Lehrende hielten zudem Vorträge auf der Festivalbühne.
„Wir wollten die Hochschule außerhalb des Campus erlebbar machen – und das ist uns gelungen“, sagte Claudia Lingner, Marketingmanagerin der HAWK. Das HiZukunftsfestival biete eine wertvolle Plattform, um die praxisnahe und gesellschaftlich relevante Arbeit der Hochschule zu zeigen.
Am Stand konnten Besucher*innen Technologien direkt ausprobieren. Die Gesundheits-App „nimbo“ für junge Diabetes-Patient*innen und die App „erkundbar“, die barrierefreie Freizeitorte sichtbar macht, standen im Mittelpunkt. Mit speziellen Brillen simulierten Gäste, wie Menschen mit Sehbeeinträchtigungen ihre Umgebung wahrnehmen. Eine KI-Patientensimulation der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit ermöglichte es, klinische Situationen nachzustellen und Fachgespräche zu üben.
In der Entdeckungszone präsentierte die HAWK gestalterische und bauliche Projekte, darunter Lampenschirme aus fermentierter Maisstärke, die kompostierbar, spülmaschinenfest und UV-beständig sind. Auch Konzepte für zukünftiges Wohnen und Leben in Hildesheim wurden vorgestellt. Ergänzt wurde die Ausstellung durch tragbare Schmuckobjekte, sogenannte „Skills-Armbänder“, die beruhigende oder fokussierende Reize im Alltag vermitteln.
Die Dialogzone lud Besucher*innen ein, eigene Zukunftswünsche zu formulieren – von Ideen für ein solidarisches Zusammenleben bis hin zu Innovationen für die Region.
Der HAWK-Stand war mehr als eine Ausstellung. Er diente als Schaufenster für Gründungsprojekte und Unterstützungsangebote der Hochschule. „Wir zeigen, dass wir präsent sind und in die Region hineinwirken“, erklärte Jörg Lahner, Vizepräsident für Forschung und Transfer. Der Stand informierte auch Studieninteressierte und bot Gründer*innen eine Bühne.
Am Freitagabend stand der Gründungswettbewerb Start.Preis im Mittelpunkt. Junge Unternehmen und Schülerfirmen traten an, um Geld- und Sonderpreise zu gewinnen. Eine Jury und das Publikum entschieden gemeinsam über die Vergabe. Für die Finalteams war die Preisverleihung zugleich Bühne und Netzwerkforum.
Elisabeth Mach von der HAWK-Gründung Mesozon stellte die App „nimbo“ vor. Sie begann ihren Pitch mit der Frage, wie sich ein Alltag mit hunderten zusätzlichen Entscheidungen rund um den eigenen Körper anfühle – Alltag für Menschen mit Typ-1-Diabetes. In Europa sind hunderttausende Kinder und Jugendliche betroffen, in Deutschland kommen jährlich Tausende hinzu.
„Es gibt kaum Produkte, die speziell für Kinder entwickelt wurden“, erklärte Mach. „nimbo“ visualisiere den Glucosewert so, dass Kinder ihn verstehen. Ein Notfallalarm und eine Reflexions-App sollen zusätzliche Sicherheit bieten. Ziel sei es, eine gesunde Beziehung zur Krankheit zu fördern, damit Kinder Diabetes nicht nur als Gegner sehen.
Mach verwies auf Studien, die bei Kindern mit Typ-1-Diabetes häufig Symptome von Depressionen und Angststörungen feststellen. „Das ist eine dramatische Lage, die sich ändern muss“, betonte sie. Mesozon arbeite daran, die App als zertifiziertes Medizinprodukt auf den Markt zu bringen. Der nächste Schritt sei die Weiterentwicklung des Prototyps zur marktreifen Version.
Der Pitch überzeugte Jury und Publikum. „Wir haben einen großen Anteil der Publikumsstimmen erhalten und den zweiten Platz bei der Jury“, sagte Mach erfreut. Das Preisgeld von 5000 Euro fließe direkt in die Produktentwicklung, etwa für die Bezahlung von Freelancer*innen.
Die Verbindung zur HAWK bleibt für das Team zentral. Sie nutzen intensiv den Gründungsraum „Startplatz“ in Hildesheim. Zusätzlich gewannen sie ein Jahr kostenfreie Räumlichkeiten im Technologiezentrum Hildesheim.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde das HAWK-Startup Faktum. Das Team, das eine App mit politischen Informationen und Orientierungshilfen bietet, erhielt ein individuelles Coaching- und Beratungspaket.
Und auch in Göttingen sind HAWK-Ausgründungen erfolgreich: Das HAWK-Start-Up MT Protect gewann in Göttingen beim Gründungswettbewerb „Lift-off“ den 1. Preis in der Kategorie „Gründungspotenziale“. Das Team hinter MT Protect, zu dem auch HAWK-Student Tom Schindler gehört, entwickelt Schutzzubehör für Insulinpumpensysteme. Dieses soll dazu beitragen, die Systeme unter anderem vor Feuchtigkeit und Belastungen zu schützen und die Nutzung in alltäglichen Situationen, etwa beim Sport, zu erleichtern. MT Protect wurde durch den Gründungsbereich der HAWK begleitet und unterstützt.