HAWK und Unternehmen diskutieren Qualifikationsanforderungen für Einsatz von KI
Zunächst stellte Dekan Prof. Dr. Matthias Weppler aktuelle Entwicklungen im Studienbereich Bauen und an der Fakultät Management, Bauen, Immobilien allgemein vor. Prof. Dr. Manfred Käsmaier, seit April 2026 Studiendekan für den Studienbereich Bauen, informierte über Änderungen in den drei Baustudiengängen im Zuge der laufenden Reakkreditierung: Im Bachelorstudiengang „Baumanagement“ steht nun u. a. das Thema der Anwendung von KI im Bauwesen neu auf dem Lehrplan. Der Bachelorstudiengang „Green Building – Nachhaltiges Bauen und Gebäudetechnik“ unterstreicht mit seiner Umbenennung die Kompetenzen in der Gebäudetechnik und die neue Ausrichtung auf Schnittstellen zu den klassischen Fächern im nachhaltigen Bauen. Im Masterstudiengang „Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen“ liegt zukünftig ein Schwerpunkt in der Qualifizierung von Studierenden zu Energieeffizienzexpert*innen.
So nutzen Studierende Künstliche Intelligenz aktuell
Eine Umfrage unter HAWK-Studierenden der Baustudiengänge zeigt, dass Künstliche Intelligenz aktuell vor allem für Formulierungen, Gliederungen, Ideensammlungen und Quellenrecherchen genutzt wird. Die Studierenden schätzen das hochschulinterne Tool „HAWKI“ vor allem wegen Zeitersparnis, verständlichen Erklärungen und zusätzlichen Inputs. Dabei sind sie sich jedoch bewusst, dass die Ergebnisse der KI reflektiert und validiert werden müssen. Die Studierenden gehen davon aus, dass KI in ihrem zukünftigen Berufsleben in verschiedenen Bereichen eine wichtige Rolle spielen wird.
Impulsvortrag zu KI in der Bauwirtschaft
Leif Sörensen, Ökonom und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe um HAWK-Professor Dr. Jan Schlüter, zeigte in einem Impulsvortrag, wie und wo durch KI in Planung, Ausführung und Betrieb ein Mehrwert entstehen kann. Im Bauwesen ließen sich vier Kategorien von Künstlicher Intelligenz einsetzen: prädiktive KI, generative KI, computerbasierte Versionen sowie Robotik und Agenten. Diese KI-Typen unterschieden sich jedoch hinsichtlich der verfügbaren Daten, der erforderlichen Fachkompetenzen sowie der Prüfverfahren, die nötig seien, um ihre Nutzung sicher und zuverlässig zu gewährleisten.
„Daher kann es in der Lehre nicht nur um das Erlernen des Umgangs mit einzelnen KI-Tools gehen“, so Leif Sörensen. „Vielmehr geht es um die Vermittlung von Fähigkeiten zu einem produktiven Einsatz, wobei stets kritisches Denken erforderlich bleibt. Es zeigt sich, dass Nutzer*innen großes Fachwissen und Sachverständnis mitbringen müssen, um Überprüfungen durchführen und die Ergebnisverantwortung tragen zu können.“ Zudem seien Aspekte wie Freigaben, Haftung, Datenschutz, Ethik und Kommunikation zu betrachten. Auf dieser Grundlage diskutierten Beiratsmitglieder, Studierende und Lehrende anschließend miteinander.
Wie Unternehmen KI einsetzen und was zukünftige Fachkräfte mitbringen müssen
In den Unternehmen der Beiratsmitglieder werde KI aktuell vor allem bei rechen- und zeitintensiven Aufgaben eingesetzt. Sie berge ein hohes Potenzial; damit verbunden sei jedoch große Verantwortung. Nachwuchskräfte benötigten grundlegendes Fachwissen und Verständnis der Zusammenhänge, um im Umgang mit KI-Werkzeugen u. a. Prompts präzise formulieren und Ergebnisse bewerten zu können.
Die Studierenden selbst wünschten sich Qualifikationen, die einen sicheren, rechtskonformen und effektiven Einsatz von KI-Tools systematisch fördern. Die Unternehmensvertreter*innen begrüßten den bereits stattfindenden Einsatz von KI in der Lehre und die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Kompetenzen. Damit könne der Einsatz von KI bei Bauprojekten von der Planung über die Ausführung bis hin zum Betrieb optimiert und Risiken minimiert werden.
Für Studieninteressierte: Bewerbungszeitraum läuft
Wer zum Wintersemester 2026/27 ein Studium an der HAWK in Holzminden beginnen möchte, kann noch bis zum 15. August seine Bewerbungsunterlagen einreichen.