Podcast des ZZHH: „Dörfer in Westfalen-Lippe – Bestandsaufnahme und Situation"
Sie sprechen mit der aus dem Deutschlandfunk bekannten Moderatorin Katrin Degenhardt über überraschende Forschungsergebnisse, neue Perspektiven auf das Dorfleben und die Frage, warum ländliche Räume weit mehr sind als nur idyllische Kulisse. Das länderübergreifende Zukunftszentrum Holzminden-Höxter (ZZHH), das von der nordrhein-westfälischen TH OWL Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der niedersächsischen HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst als kooperative Forschungseinrichtung betrieben wird, veröffentlicht damit die 13. Folge seines Podcasts „Land.Schafft.Wissen.“.
Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Studie „Dörfer in Westfalen-Lippe – Bestandsaufnahme und Situationsanalyse“ der HAWK in Göttingen. Die Studie wurde in den Jahren von 2022 bis 2025 im Auftrag der Geographischen Kommission für Westfalen durchgeführt und durch die LWL-Kulturstiftung und die Stiftung Sparkasse Münsterland Ost gefördert. Es wurde erstmals umfassend untersucht, wie viele Dörfer es in Westfalen-Lippe überhaupt gibt, wie sich die Dörfer der Region entwickeln, insbesondere seit der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1975 in Nordrhein-Westfalen, welche Herausforderungen sie prägen und warum sie auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden.
Die aktuelle Folge zeigt, dass Dörfer in Westfalen-Lippe keineswegs „Auslaufmodelle“ sind. Im Gegenteil: 3,2 Millionen Menschen, d. h. 38 % der Bevölkerung, leben hier in dörflich geprägten Strukturen. Gleichzeitig stehen viele Orte vor großen Herausforderungen – vom demografischen Wandel über Mobilität bis hin zu Überlegungen, wie Gemeinschaft und Ehrenamt langfristig erhalten werden können.
Im Gespräch wird deutlich, dass die wissenschaftliche Forschung inzwischen differenzierter auf ländliche Räume blickt als noch vor einigen Jahren. Statt einfacher Klischees vom „sterbenden Dorf“ zeichnen die Forschenden ein vielschichtiges Bild: manche Dörfer wachsen und entwickeln neue Ideen, andere kämpfen mit Leerständen oder Infrastrukturproblemen. Gerade deshalb, so die Botschaft der Podcastfolge, lohnt sich ein genauer Blick auf die Entwicklung des ländlichen Raums. Eine wesentliche Erkenntnis der Studie ist, dass Dörfer die Chance bieten, „den Krisen unserer Zeit von ganz unten an der Basis etwas entgegenzusetzen“, so Prof. Dr. Ulrich Harteisen. Damit verbunden ist ein eindeutiger Appell an die Politik, die Menschen in den Dörfern kontinuierlich zu unterstützen.
Den Podcast können Sie auf allen gängigen Plattformen, sowie auf der Internetseite des Zukunftszentrums Holzminden-Höxter hören. Dort finden Sie auch Begleitmaterial und weiterführende Informationen zu den einzelnen Folgen. Da das ZZHH von der Idee getragen wird, dass Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden kann, freut sich das Redaktionsteam auf Rückmeldungen, Ideen und Anregungen.
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